Qualität und Kalibrierung von Drehmomentschlüsseln

Insider wissen:    bei preisgünstigen Drehmomentschlüsseln ist ein erheblicher Teil nicht kalibriert oder gravierend falsch kalibriert ! 

Laut Dekra  liegen mehr als 75% aller Drehmoment-Schlüssel bei der Erst-Kalibrierung jenseits der Toleranz von 4%  (http://www.dekra.de/de/5117). 

Nach unseren Erfahrungen und diversen Testkäufen bei (GS-geprüften) Drehmomentschlüsseln liegen die Abweichungen zum Sollwert bei bis zu 30%, in Einzelfällen sogar darüber.  Dabei haben wir festgestellt, dass dabei der Auslösewert fast immer unterhalb vom Sollwert liegt. Nur selten lösen diese minderwertigen Schlüssel über dem eingestellten Wert aus.
In der Praxis bedeutet dies, dass z.B. Radmuttern statt mit den z.B. erforderlichen 120 Nm nur mit unter 100 Nm, teilweise sogar erheblich unter 90 Nm angezogen werden, mit unabsehbaren Folgen für die Sicherheit. 

 

FAMEX Drehmomentschlüssel werden zusätzlich geprüft 

Jeder von FAMEX ausgelieferte Drehmomentschlüssel  im Messbereich 6-30 Nm bis 70-350 Nm wird nach der Kalibrierung in der Produktion zusätzlich vor der Auslieferung einer zusätzlichen Qualitäts- und Funktionskontrolle unterzogen.
Wir prüfen dabei speziell den mittleren Messbereich nach DIN 6789, der in der Praxis in der Regel am wichtigsten ist.
Dieser Test erfolgt auf einer getrennten Prüfeinheit mit hochwertigen elektronischen Prüfgeräten des Herstellers Norbar.  

Diese zusätzliche Prüfung erfolgt, um Kalibrierfehler in der Produktion durch menschliche Fehler, fehlerhafte oder falsch justierte Kalibriergeräte auszuschließen.
Diese Qualitätsinitiative ist die Antwort auf die große Anzahl fehlerhaft messender und damit gefährlicher Drehmomentschlüssel im Markt.  

FAMEX-Drehmomentschlüssel sind dadurch zwar etwas teurer als die unzähligen Angebote im Niedrigpreis-Segment.  Wir sind ist aber der Überzeugung, dass sich nur so eine einwandfreie Produktqualität sicherstellen lässt. 
 

Details zur Kalibrierung und Messgenauigkeit von Drehmomentschlüsseln: 

Die Kalibrierung ist ein wesentlicher Punkt bei der Qualität von Drehmomentschlüsseln. Vereinfacht ausgedrückt ist dies die genaue Justierung des Drehmomentschlüssels, die überhaupt erst eine genaue Messung erlaubt. Gemeint ist hier die Übereinstimmung des Schraubanzugs mit dem eingestellten Drehmoment im Rahmen bestimmter Toleranzen, die in der DIN/ISO 6789 festgelegt sind.
Ist die sorgfältige Kalibrierung des Drehmomentschlüssels nicht erfolgt, wird die Messgenauigkeit des Drehmomentschlüssels dem Zufall überlassen. 

Die Kalibrierung des Drehmomentschlüssels bei der Produktion ist ein vergleichsweise aufwendiger Arbeitsgang. Sie erfordert hochwertige und in kurzen Abständen immer wieder neu kalibrierte elektronische Messgeräte, sowie einen verantwortungsvollen Mitarbeiter, der die Kalibrierung des Drehmomentschlüssels vornimmt. 
Die Kalibrierung ist zudem zeitaufwendig, da sowohl der niedrigste als auch der höchste Einstellwert jeweils eingestellt und justiert werden muß.
Im Anschluss daran wird der im späteren Gebrauch wichtigste, nämlich der mittlere Messbereich kontrolliert. 

Der mittlere Messbereich lässt sich nicht getrennt einstellen. Eine einwandfreie Funktion des Drehmomentschlüssels im gesamten Zwischenbereich zwischen höchstem und niedrigsten Einstellwert ist nur dann gegeben, wenn die Federmechanik des Drehmomentschlüssels entsprechend präzise gefertigt ist. 

Entspricht der Spannungsverlauf der Feder nicht exakt den bei der Konstruktion des Drehmomentschlüssels vorgesehenen Werten,  werden die Auslösewerte des Schlüssels im mittleren Messbereich entsprechend stark abweichen und nicht den eingestellten Werten entsprechen. 

Liegt das Messergebnis im mittleren Messbereich nicht innerhalb der Toleranz, ist der Drehmomentschlüssel nicht tauglich und die Federmechanik muß durch qualitativ einwandfreie Bauteile ersetzt werden. 

Die Vorgaben der DIN/ISO 6789 erlauben Abweichungen von bis zu 4% vom eingestellten Skalenwert. 

 

Häufige Probleme in der Produktion von Drehmomentschlüsseln: 

In der Serienfertigung, gerade bei der Fertigung von Großserien bei Aktionsware, stehen die Arbeitskräfte in der Regel unter Zeitdruck, der eine gewissenhafte Kalibrierung gar nicht zulässt. Von Insidern ist zudem erfahren, dass die Kapazitäten für die Kalibrierung in den Produktionsstätten zudem häufig nicht einmal theoretisch ausreichen, um alle gefertigten Drehmomentschlüssel sorgfältig zu kalibrieren. 

Auch um die Produktionskosten zu senken wird die Kalibrierung daher bei einem Teil der Produktion daher gerne “vergessen“.  

Ein weiteres Problem sind die Prüfgeräte. Es werden häufig qualitativ schlechte Prüfgeräte eingesetzt. Die Prüfintervalle der Geräte werden nicht eingehalten. Manchmal sind die Prüfgeräte auch ohne Wissen des Herstellers falsch justiert, oder defekt. 

Nicht zuletzt besteht die Möglichkeit einer unzureichenden Kalibrierung durch menschliche Fehler, manchmal haben Menschen auch mal “einen schlechten Tag“.
 

Verspricht ein GS-geprüfter Drehmomentschlüssel gute Qualität? 

Natürlich sind praktisch alle Drehmomentschlüssel im unteren Preissegment “GS-geprüft“. Aber selbst die seriösesten Prüfstellen können immer nur Stichproben prüfen. Spätestens seit dem Vorfall mit den Brustimplantaten solIte der Verbraucher davon ausgehen, dass die Prüfstellen bei gewieften Produzenten wohl kaum eine Chance haben, oben dargestellte Qualitätsmängel zu entdecken. 

Der Handel und die Anwender sollten sich aber fragen, ob bei Drehmomentschlüsseln im Preisbereich von EUR 15,- bis EUR 25,- inklusive Zubehör davon ausgegangen werden kann, das hier eine ausreichende Qualität und ordnungsgemäße Kalibrierung in der Serie überhaupt erfolgreich zu realisieren ist. 
 

Die Folgen einer nicht ordnungsgemäßen Kalibrierung: 

Die Folgen einer nicht ordnungsgemäßen Kalibrierung können fatal sein:
Nach unseren Erfahrungen und diversen Testkäufen bei (GS-geprüften) Drehmomentschlüsseln liegen die Abweichungen zum Sollwert häufig bei bis zu 30%.  In Einzelfällen sogar über 35%.
Dabei haben wir festgestellt, dass dabei der Auslösewert fast immer unterhalb vom Sollwert liegt. Nur selten lösen diese minderwertigen oder fehlerhaften Schlüssel über dem eingestellten Wert aus.
In der Praxis bedeutet dies, dass z.B. Radmuttern statt mit den z.B. erforderlichen 120 Nm nur mit unter 100 Nm, teilweise sogar erheblich unter 90 Nm angezogen werden, mit unabsehbaren Folgen für die Sicherheit. 

 

Messgeräte zur Überprüfung von Drehmomentschlüsseln: 

Die Prüfung unserer Drehmomentschlüssel kann nur mit  hochwertigen elektronischen Prüfgeräten vorgenommen werden, die auf die Prüfung von “Click-Type“-Drehmomentschlüsseln ausgelegt sind. Diese Messgeräte müssen immer wieder selbst kalibriert werden.
Die Prüfung muß unbedingt von geschulten Personen vorgenommen werden, die Erfahrung in der Prüfung von Drehmomentschlüsseln haben.  

 

Wartung und Prüfungsintervall von Drehmomentschlüsseln:

Je nach Einsatzbedingungen sollte eine Überprüfung mindestens einmal jährlich erfolgen. Bei häufiger Nutzung (mehr als 300 Lastwechsel im Monat) in kürzeren Intervallen. Wurden die Schlüssel hohen Temperaturschwankungen oder starken Erschütterungen, z.B. durch Herabfallen, ausgesetzt, sollte die korrekte Funktion auch außerhalb des Rekalibrierungsintervalls überprüft werden. Das Gleiche gilt, falls der Drehmomentschlüssel längere Zeit mit höheren eingestellten Einstellwerten gelagert wurde. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der jeweiligen Bedienungsanleitung des Drehmomentschlüssels.